16.07.13

FR 05/07


Unsere erste Mission für heute: Gas kaufen. Schon seit fast einer Woche kochen wir kriminell mit dem Notgas, und der neu erstandene Primus-Kocher ist fast so laut wie die Standheizung, also so, dass er sich nicht wirklich für Campingplätze eignet. Über sieben Ecken finden wir ein Imitationsprodukt von Campinggas, es klappt wunderbar und ist nur halb so teuer. Wo wir grad so nahe am Schloss Gripsholm sind, wollen wir dem und dem Städtchen Mariefred einen Besuch abstatten. Da ist es wirklich sehr schön, malerisch gelegen und was daraus gemacht. Wir verweilen kurz und fahren weiter Richtung Vännern-See. Im WOMO-Führer finden wir den Tipp von einem Übernachtungsplatz am See auf ca. halber Strecke und fahren da hin. Wir staunen nicht schlecht, als da Parkanweiser stehen und 40 Krone für den Parkplatz verlangen. Scharen von Leuten, ähnlich bepackt wie im Astrid Lindgren Land (inkl. Campingstühlen), laufen Richtung See und wir sind uns nicht sicher, ob sowas hier an Wochenenden normal ist, oder nicht. Das Navi führt uns punktgenau auf den grossen Parkplatz, heute vollgestellt mit Autos. Zwei, drei WOMOs stehen auch, weit und breit aber niemanden zu sehen, der nicht Einheimisch wirkt. Ich kundschafte aus und erfahre, dass heute ein «Schlager-Festival» stattfindet. Wir beschliessen, den Ort fluchtartig zu verlassen und fahren zum nächstgelegenen Campingplatz. Wir kriegen den Platz direkt neben dem Spielplatz, Nino ist im Klee und wächst über sich hinaus.

DO 04/07



Heute gibt’s Stockholm nach Ninos Gusto. Wir fahren heute Schiffli, bis uns die Ohren wackeln. Mit unserer Dreitages-ÖV-Karte, kein Problem, allerdings müssen wir die Public-Fähren auch zuerst noch finden. Nöggi ist geduldig und bestaunt voller Vorfreude die GROOOSSEN Schiffe am Hafen. Die erste Enttäuschung über das verhältnismässig kleine Boot, weicht schnell einem Blitzen in den Augen, als wir dann endlich an Bord gehen und das Schiff in Fahrt kommt. Aus dem Fähre-Fenster hinaus hat man auch den besten Blick über alle anderen Schiffe!
Nach einer 10minütigen Fahrt legen wir auf der Insel an, auf der der Vergnügungspark liegt. Nichts für uns! Aber wir wollen ja eh heute nur Schiffchen fahren. Per Zufall sehen wir, dass auch das Freilichtmuseum «Skansen», in diesem Teil von Stockholm liegt, und nur einen kurzen Spaziergang vom Anlegesteg entfernt ist. Wir beschliessen dann doch da hinzugehen, denn davon haben die Berner in Mariannelund nur Gutes erzählt. Es ist ein bisschen wir Ballenberg, sehr schön angelegt mit vielen Tieren aber auch «Fressbuden» und Souvenir-Shops. Wir steuern direkt zu den einheimischen Tieren, denn davon haben wir bisher leider nur welche am Strassenrand liegen sehen… Auf dem Weg zu Elch, Rentier, Wildschwein, Luchs und Bär machen wir auch Bekanntschaft mit frechen Möwen, Unmengen von Wildgänsen und einem vorwitzigen Eichhörnchen, die sich alle gewohnt sind, dass es was zu Futtern gibt. Nino findet es anfangs noch lustig den Tieren Steinchen hinzuwerfen, doch als dann alle auf ihn zusteuern, weiss er weder ein noch aus und Papa muss ihn «retten». In der Halbzeit gibt’s Kaffee und Kuchen zur Stärkung, zum Abschluss noch eine Runde durch den Skansen-Shop, dann wieder Richtung Meer. Wir nehmen das Schiff zurück ins Zentrum, steigen in die Tunelbana und kommen müde und zufrieden bei unserem Johnny an.

MI 03/07



Frisch geduscht und grossstadtmässig rausgeputzt fahren wir nach Stockholm. Um 15 Uhr treffen wir auf dem Campingplatz Bredäng ein, um kurz darauf schon wieder in der «Tunelbana» Richtung Zentrum zu sitzen. Nach dem Bummel am Hafenbecken entlang und durch die vollgestopfte Gamla Stan (Altstadt) erreichen wir die Shopping-Meile. Schnell werden Mama und Papa vom Shopping-Fieber infiziert und Nino, der viel lieber noch mehr «Schiffli luege» wollte, wird einstimmig überstimmt. Klar, dass bei dem Trubel ein müdes Kind nicht schlafen kann, stattdessen nur noch müder wird und keine Lust hat, einfach nur brav im Wagen zu sitzen und den Schnabel zu halten. Den Abend in der Stadt beenden wir mit einem Znacht bei Jensens Bofhus, wo Nino sein erstes richtiges Kinder-Menu vertilgt. Alle recht erledigt fahren wir zurück «nach Hause» und schlafen mit guten Vorsätzen für den morgigen Tag ein.

DI 02/07


Wir sagen: «Tschüss, schöne Campingplatz!» und fahren Richtung Eksjö, eine der ältesten Holzstädtchen Schwedens. Da ist nicht viel los heute und wir haben die schönen Pflastersteingässchen mit den verschieden farbigen Holzfassaden fast für uns alleine. Dieser Ort erweckt die Entdecker in uns, und wir können an keinem noch so kleinen Innenhofeingang vorbei, ohne noch schnell hineingeschielt zu haben. Ich glaube, man könnte einen ganzen Bildband mit Eksjö-Innenhöfen herausgeben.
Da wir bis hierher aber erst eine halbe Stunde gefahren sind, müssen wir weiter. Wir haben uns entschieden nun nach Stockholm zu fahren. Unser Weg dorthin führt uns auf den Campingplatz Kolmarden. Wir sind schon recht spät dran und haben weder das Znacht noch die nötige Menge Schoppen-Milch eingekauft. Grund genug, einen Stugor zu mieten! Das Shopangebot lässt sehr zu wünschen übrig und wir schaffen es mit Müh und Not ein Znacht zusammenzustellen, das nicht nur aus Chips und Kalles Kaviar besteht. Dafür finde ich hier: «Taddaaa: Rekorderlig Blabaer»! Komme was wolle, mein Abend ist gerettet! – Wir alle finden es grad sehr praktisch, mal nicht die Sachen im Johnny hin und her zu tischen sondern die beiden Kajütenbetten schlafbereit zu machen. Nino kriegt auch hier ein «Huli-Bett» und schläft ein, als hätte er nie woanders geschlafen.

MO 01/07



Eine Woche ist um und wir resümieren. Reisen mit Kind ist anders als zu zweit. Dies war uns vorher schon klar, richtig bewusst wird es uns aber erst jetzt, wo wir mittendrin sind. Man kann schon sagen: weniger gemütlich, weniger spontan, weniger entspannend. Einige Male sind wir schon wehmütig an Orten vorbeigefahren, an denen wir früher angehalten hätten, für einen schnellen Kaffee, eine kurze Besichtigung oder einfach so, doch Nino schläft – nun endlich – also fahren wir weiter. Wir tun uns noch ein bisschen schwer, die richtige Balance für die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zu finden.
Eine Woche ist um und wir waschen. Ja, saubere Wäsche ist in unserem mobilen Zuhause einfacher und kompakter zu verstauen. Ordnung zu halten auf so kleinem Raum, verlangt zu dritt halt doch nochmal einen Zacken mehr Disziplin.
Eine Woche ist um und wir planen. Soll es direkt Stockholm sein, oder wollen wir doch noch zu den grossen Seen im Landesinnere. Da wird es wohl sein, wo die Bilder der badenden Menschen geschossen werden, die wir auf allen Schweden-Prospekten finden. Wir fragen uns ernsthaft: wann baden die Schweden? Denn kalt ist es ja nicht, aber noch weit entfernt von warm!
Eine Woche ist um und wir freuen uns: noch drei Wochen Ferien!

14.07.13

SO 30/06


Wir verlassen die Idylle zeitig und lassen uns direkt auf den grossen Parkplatz vom Astrid Lindgren Land navigieren. Nehmen Sack und Pack mit und zahlen einen happigen Eintritt für die Grossen; Nino ist noch gratis. Dieser wird übrigens noch «beschriftet». Eine coole Idee diese Armbänder, auf die man den Namen den Kindes und die Telefonnummer der Eltern schreiben kann.
Wir starten also unsere Tour durch das Geschichte-Land und sind beeindruckt von all den schwedischen Familien, die mit Kühlbox und Picknickdecke ausgerüstet, und mindestens drei Kindern im Schlepptau Bollerwagen mehrere Tage zu bleiben scheinen. Der Weg führt nach Miniatur-Vimmerby. Nach den ersten paar scheuen Blicken in die Fensterchen, bringen wir Nino Stunden Minuten später fast nicht mehr weg. Dabei gibt es so viel zu sehen hier: alle Hauptorte der Lindgren-Bücher sind wirklich schön nachgebaut, immer wieder spielen Schauspieler kurze Sequenzen vor und alle paar hundert Meter stehen schmucke Verpflegungs-Häuschen, die Waffeln, Schleckzeug oder Kaffee und Kuchen anbieten. Es hat Tiere und viele Abenteuerspielplätze; wir haben das Land viel «freizeitparkmässiger» erwartet. Sogar der obligate Mini-Zug durch alle «Länder» fehlt hier. Am späteren Nachmittag entscheiden wir, den nächsten Campingplatz zu suchen. Nino schläft – kaum im Auto – ein, so kam er doch den ganzen Nami nicht dazu zu schlafen, er hätte ganz bestimmt den Michel oder die Pippi verpasst! Das gibt uns Zeit, einen schönen Platz zu suchen. Smaland gefällt uns und wir würden gerne mal wieder zwei Nächte an einem Ort bleiben. Etwa eine halbe Stunde nach Vimmerby finden wir in Mariannelund Spilhammars Camping, auf einer Waldlichtung neben einem kleinen See mit romantischem Bachzufluss. Perfekt! Wir parken Johnny am Waldrand neben Wohnwagen und Zelten. Hey, hier hat es ja keine Dauercamper! Dafür Berner, direkt hinter uns. Die ersten Schweizer seit wir unterwegs sind. Schnell lernen wir unsere Nachbarn auf Zeit kennen, auch die deutsche Familie nebenan. Wir geniessen es, uns mit anderen Skandinavien-Reisenden auszutauschen und Nino kann wiedermal mit anderen Kindern spielen.

SA 29/06




Viel schneller als wir gekommen sind, sind wir dann plötzlich wieder auf der Brücke Richtung Kalmar. Eine schöne Brücke übrigens, eine der längsten in Skandinavien wohl. Wir fahren noch eine Extratour durch die schöne Stadt Kalmar und düsen dann Richtung Norden. Ein bisschen ohne Plan, mal sehen wie weit wir auf dem Weg nach Vimmerby kommen. Im WOMO-Führer finden wir einen Naturcamping-Tipp. Den suchen wir auf und beschliessen, heute mal «wild» zu Übernachten. Für 100 Kronen die Nacht darf man hier einen Platz aussuchen und es hat sogar WC und Dusche. Neben ein paar Dauercampern (finden wir schräg, an einem solchen Ort ohne Reception) sind wir die Einzigen die sich einen schönen Platz im Wald mit direkter Meersicht ausgesucht haben. Die WOMOs parken auf dem Schotterplatz ohne Aussicht. Hmmmm?
Nino schläft noch, wir laden nur das Nötigste aus, gönnen uns einen Pack Chips und geniessen Schweden in Schön! Richtig Outback-Camper-like ;-) packen wir später den «Eingangsgrill» aus und kochen unser Znacht komplett auf dem Mini-Teil: (dann schon kalte) Country-Cuts, Grillgemüse und Burger mit allem drum und dran (inkl. Bähnke-Burgersauce). Yeeeeeha!

07.07.13

FR 28/06


Kapelludden verspricht W-LAN auf dem ganzen Platz. Wir suchen den Platz ab und finden mitten in einer Wegkreuzung Empfang, der, und unsere Geduld reicht aus um drei Bilder hochzuladen. Nun wollen wir will ich in das Städtchen, Schwedens doch so geliebten Kinder- und Interior-Schätzchen shoppen gehen. Ein typischer Norden-Burger mit homemade Frites solls zu Mittag geben. Wir freuen uns. Schnell werden wir auf den Boden der Tatsachen zurückgeschmettert. 1. Stadt mit Kind im Ninoalter ist grad sehr anstrengend. Er will immer selber laufen, er will alles haben und er will sicher nicht dahin wo wir hinwollen. 2. Ein zweiter Blick in Borgholms Läden lohnt sich nicht. 3. Die Leute hier sind allesamt irgendwie nicht schwedisch (ja, es existiert ein Traumland Schweden). Blöd. Wir finden Borgholm blöd, und Öland auch. Schnell weg von der Insel. Morgen ganz früh!

Nachtrag: es wird gewiss ganz schöne Orte auf Öland geben und wenn man weit genug in den Norden fährt, trifft man bestimmt auch weniger unschwedische Leute, dafür scheinbar unberührte Natur. Möglicherweise werden wir zurückkommen und Öland eine zweite Chance geben, unter anderen Umständen, an andere Orte, mit einem grossen Bogen um Borgholm!

DO 27/06

-->

Noch vor dem Mittag fahren wir los. Heute soll es bis Öland reichen. Die Fahrt durch Öland ist sehr schön. Immer wieder begegnen wir alten Windmühlen und langen Steinmauern, wie wir sie auch aus dem Jura kennen. Hier könnte es uns gefallen. Auch die Temperaturen gefallen uns, die Insel ist wohl zurecht «das Tessin von Schweden». Das zeigt sich aber dann auch bei der Platzsuche. Offenbar gibt’s hier nur charmelose Touri-Badiwiesen-Campingplätze. Gar nicht unser Ding. Wir fahren weiter, bis wir nicht mehr mögen und finden tatsächlich ein schönes Plätzchen im Wald mit Blick aufs Meer auf dem Camping Kapelludden. Der liegt direkt am Rand des Hauptortes Borgholm. Das klingt doch tiptop. Wir erkunden die Stadt und entdecken zwei, drei spannende Geschäfte und Lokale, beschliessen morgen nochmal hinzugehen und zeigen Nino die Schiffe am Hafen. Der will da gar nicht mehr weg! «Schiffli luege» wird wohl von nun an jeden zweiten Tag auf unserer Ferien-Aktivitäten-Liste stehen.

MI 26/06

-->

Ja, das Wetter behält uns nicht gerade auf der Westseite Schwedens. Unser Fernziel: Öland. Unsere heutige Etappe: Baersebaeck > Ringsjön-See > Listerby. So haben wir’s geplant, so hat’s geklappt. Allen kamen wir recht entspannt und ausgeglichen auf dem Campingplatz Ronneby Havscamping an. Auf den haben wir uns gefreut, so hat er doch eine ziemlich gute Bewertung; offenbar von vielen Familien bewohnt, einem umfangreichen Shop-Angebot und W-LAN. Schön gelegen ist der Platz, nur wo ist das Leben hier? Was lässt sich aus Haushaltspapier, Klämmerli, tonnenweise Spielsachen, einem halben Liter Grädde und Kalles Kaviar bloss kochen? Nein, Köttbullar finden wir selbstverständlich auch (die werden auch in Zukunft in keinem Campingplatz-Shop fehlen). Ebly haben wir noch dabei. Das passt! Internet gibt’s, allerdings nur im Hauptgebäude und nur bis 22 Uhr. Die Zeit geht drauf, um Plätze auf Öland ausfindig zu machen.